21 Mai 2017

Kompost-Post



Projekte ergeben sich hier ohne Ende. Am Haus und im Garten. Verfall überall, sozusagen.

Für unseren Kompostplatz hatten wir uns 2006 ein schattiges Plätzchen in der süd-westlichen Ecke des Grundstücks gewählt, unter zwei alten Kriecherlbäumen. Vier Holzmieten wurden gezimmert, zwei Kunststoff-Komposter zum Lagern des gesiebten, fertigen Komposts und ein Hackstock dazugesetzt. Später hat mein Mann auch eine Wasserleitung dorthin verlegt. So ein Kompost und seine Untermieter haben es bekanntlich gern feucht.

Inzwischen haben die Mieten schon seit längerem angefangen, die Patscherl zu strecken, und sich starke Partner zum Anlehnen gesucht.

Habt ihr schon mal erlebt, wenn der Kompost die Mieten frisst?  



Unten noch ein Bild aus 2011 oder 2012. Ok, man hat wirklich lang genug beide Augen zugedrückt.


Sogar mein Mann hat hier den Handlungsbedarf bestätigt. Das hat Vorteile, da muss man nicht so viel Überzeugungsarbeit leisten.

Im März 2017 gings dann los mit Umplanen, Rechnen, Naturmaß nehmen, Kriecherl auslichten, Efeu raus so gut es halt geht. Statt vier wollten wir nun 6 Mieten anlegen, dann liegt nicht so viel Lagermaterial rum und man kann besser arbeiten.
Zwei Mieten wollten wir näher ans Baumhaus (hier die Hinterseite) heranrücken, um einen Platz unter dem Blätterdach entstehen zu lassen, von sechs Mieten umgeben.
Der Boden des zehn Jahre alten Kompostplatzes ist natürlich ganz schwarz vom Kompost, die reine Freude. Die brütenden Amselweibchen sind uns beinahe auf die Zehen getreten, um sich die fetten Rosenkäferlarven aus dem Boden rausholen zu können. Ein Bild für Götter, wenn eine Amsel versucht, drei fette Larven hintereinander in ihrem kurzen Schnabel aufzufädeln. Schlussendlich aber ging's.



 Hier der Blick zur Straße, da kommen noch zwei Mieten hin.


 Hier der Blick von der Straße, vier neue Mieten stehen.

Nun sind alle sechse fertig. Die Bretter der Vorderseite können bei Bedarf, also beim Umsetzen oder Rausschaufeln rausgehoben werden.
 
  

Zwei hohe Haselnuss-Sträucher schirmen den Kompostplatz zum restlichen Garten hin ab.
  


Und nun das Ganze aus der Vogelperspektive, vom Balkon des Baumhauses aus aufgenommen. Ist doch ein schönes Plätzchen geworden? Sieht vielleicht noch aus, als hätte jemand nach einem Transport ein paar abgestellte Kisten vergessen, aber wenn das Holz später mal vergraut und Kompost rausquillt, sieht das nicht mehr so platziert aus.

Ein schönes Gefühl, wenn man wieder eine heruntergekommene Ecke aufgehübscht hat...

05 Mai 2017

Stauden um den Brunnen

Unser Ziegelbrunnen im Gemüsegarten ist von vier Staudenbeeten umgeben. Sie messen, wie die anderen Gemüsebeete 1,20 x 2,70m, allerdings sind sie so gerundet, dass sie die Kreisform des Brunnens wieder aufnehmen. In der Grafik unten sind das die Beete mit den Blümchen.


Da deren Fläche recht klein ist, könnte man meinen, dass man zur Bepflanzung keinen großartigen Plan benötigen würde. Mit den Jahren bin ich aber draufgekommen, dass gerade auf kleiner Fläche um so sorgfältiger vorgegangen werden muss.

Vor 12 Jahren, als ich noch ein bis obenhin angelesener Gartenneuling war, pflanzte ich, was mir gefiel. Ich hatte keine Vorstellung davon, dass eine Staude, wie zum Beispiel eine hohe Aster, deren Wuchs mit 1,50m angegeben war, auch in der Breite diese Ausmaße annehmen kann, nein wird. Wenn man die Pflänzchen im 8cm Topf kauft, haben sie auch überhaupt nichts Einschüchterndes an sich. Ganz im Gegenteil: man pflanzt noch eine mehr. Nein, vielleicht doch zwei mehr, damit man bald ein schönes Ergebnis erzielt. So kam die hohe Aster "Rosa Sieger" in das nordöstliche Brunnenbeet und bildete einen unbezwingbaren Wurzelstock aus, na, eigentlich deren mehrere, weil ich ja zu Beginn großzügig gepflanzt hatte.

Unten ein Foto vom Herbst 2013, aus den wildesten Zeiten im Gemüsegarten: vorne links die Aster "Rosa Sieger", vorne rechts ein sich aussamender Sonnenhut, alles ein riesiges Durcheinander.


Im Beet, das ich in diesem Jahr neu gestalte, hatte ich damals Japananemonen gepflanzt und 3 Stück hohe Katzenminze, wo eine schon zu viel gewesen wäre. Die Japananemonen breiteten sich aus, wie sie das halt so machen und bald war alles überwuchert. Ich fürchtete mich richtiggehend davor, die Japananemonen auszuhacken. Ich wusste, dass alles gründlich raus musste, allerdings waren die Wurzeln der Anemone unter dem Wegbelag /Rindenmulch auf Vlies) sogar in die angrenzenden Gemüsebeete durchgewandert. Die konnte ich nicht entfernen.


Für das neue Brunnenbeet habe ich mir folgende Farben überlegt: dottergelb, kupfer, grün, rot, blau/violett und im Frühling will ich ordentlich was sehen!

Mitte April war die Neupflanzung dann erledigt. Auch die Bretter wurden erneuert.

💟 2 Stk. Hemerocallis (Taglilie) "Aten": gelborange, 1m hoch, 90cm breit, überhängend, horstig, Blüte VI-iX, duftet süß, leider blüht sie nicht gemeinsam mit der Camassia...das wäre ein Schauspiel nach meinem Geschmack.

💟 5 Stk. Camassia leichtlinii caerulea (Prärielilie) in die Mitte gesetzt. Violettblau, Blüte IV-V, 70 cm, Familie: Hyacinthiae. Boden soll im Frühling feucht und frisch sein. In strengen Wintern schützen. Sät sich aus, Sämlinge blühen nach 3-4 Jahren. Hoffentlich sind sie im Sommer nicht zu unansehnlich.

💟 3 Stk. Helenium "Moerheim Beauty": ca. 90 -110 cm mitelhoch, rot-kupferfarben, frühblühend: VII -VIII; Totalrückschnitt nach der Blüte fördert Vitalität, nach 4-5 Jahren teilen. Ende Mai manche Triebspitzen einkürzen.

💟 3 Stk. Geum coccineum "Cooky": orange, 30 cm, Blüte V-VII, Bienenweide, Rückschnitt im Winter. Dazwischen:

💟 2 Stk. Helianthemum (Sonnenröschen) "The Bride": Familie Cistaceae, weiß mit gelbem Auge, niederliegend, Rückschnitt nach der Blüte für Vitalität, Vorsicht bei Kahlfrost, wenig Dünger.

💟 3 Stk. Euphorbia polychroma (Gold-Wolfsmilch): 40 cm hoch, Blüte: IV-V, schwefelgelb, Herbst rötlich, Rückschnitt Herbst bis Spätherbst, Saft reizt die Haut. Wuchsbreite 40-50 cm.

💟 3 Stk. Chrysanthemum indicum Hybr. Ordensstern oder Bienchen (?): letzten Herbst für den Topf gekauft, im Gartenbüro überwintert. braungelb, verträgt keine Staunässe. Vielleicht zu nah zusammen gesetzt? Vielleicht gehören sie gar nicht ins Freiland. Nicht in die Vollsonne, sondern Halbschatten?

💟 Dann hab ich noch 3 Büsche Oswegokraut zeingepflanzt, die ich letztes Jahr ausgesät habe. Passt dann vielleicht nicht ganz, aber sie brauchen vorübergehend ein Zuhause.

So sieht das vorerst aus: Nämlich nach nichts. Aber man hat ja dazugelernt, und weiß, dass ohnehin bald alles dicht zugewachsen sein wird.




Im Herbst werde ich noch Zwiebelpflanzen dazusetzen, eventuell wieder die Wildtulpe? Weil sie doch soo schön ist!
Bin schon sehr gespannt, wie sich das entwickelt!

Ausnahmsweise ist ein Projekt, wenn auch ein kleineres, mal replanmäßig fertig geworden.

28 Januar 2017

Gartenglanzlichter 2016

Wenig hab ich gepostet im vergangenen Jahr. Aber ein paar Eindrücke liefere ich im Schnelldurchlauf nach:

Mein erster Kraftakt 2016 ist das Wegschaufeln von 3m³ Rindenmulch und 3m³ Kompost. Den Mulch hab ich unter die Hecke entlang der Westseite des Grundstücks geschaufelt, den Kompost hab ich mehr oder weniger überall verteilt. "Das mach ich so schnell nicht wieder", sagt mein Rücken. Er weiß aber nicht, dass er ab März den "kleinen" Vorgarten beackern muss. Ich sag es ihm, wenn es so weit ist...


Im Gemüsegarten spielt sich das Meiste noch unterirdisch ab:


Als neues Unkraut hat sich die Akelei 2016 etabliert. Sie fühlt sich im Gartl überall wohl und kreuzt sich wild durcheinander. Hier nur zwei April-Fotos:


Mitte April steuert das Vergissmeinnicht frisches Blau zur neuen Saison bei:


Bei den Rosen legt sich die Parkrose Nevada im Mai als erste ins Zeug, fast gleichzeitig mit dem roten Kletterer Etoile de Hollande:





Bald wollen die Rosen nur noch eins: sich gegenseitig überwuchern.




Der Rosenlaubengang ist ein berauschender Ort zum Innehalten:

Die schönsten Kombinationen erfinden sich selbst: Nigella damascena, Koriander und die langen, schmalen Blätter der Taglilie.


 Lilium regale:

Drei Schwalbenschwanz-Rabauken schmarotzen an meiner Cortia wallichiana. Ihr Appetit wächst proportional zu ihrem Körper. Sie vertilgen alles frische Grün. Auch an den gefiederten Karottenblättern hängen sie. Was soll man machen....


An einem heißen Juliabend noch ein Gartenfest. Um Mitternacht am Brunnenrand sitzen, die Beine im kühlen Nass:

Im August in Deutschland und in Frankreich:
Ich tigere um die alten Gemäuer im Elsass, bis mir alles, aber auch wirklich alles, wehtut. Ich muss mir endlich abgewöhnen, in jedes Architekturjuwel gleich einziehen zu wollen....


Haut-Koenigsbourg: Zu viele Leute - nix für mich.

Im September kann ich erstmals im Leben die Pawpaw, die Indianerbanane kosten: ein umwerfender Geschmack nach Mango, Papaya und ein wenig Banane. Die zwei Exemplare stammen von einem Strauch, der sich fast ein Jahrzehnt auf die ersten Früchte vorbereitet hat, also wahre Schätze! Siehe diesen Post.



Dass so ein Sommer viel zu schnell vergeht, brauch ich euch wohl nicht zu sagen. Der Herbst aber versteht es, einen dafür zu entschädigen:


Ende November findet sich plötzlich ein Huhn im Garten, ein Gourmethuhn, so viel ist sicher. Toast in Milch eingeweicht, Gurke und Birne nimmt es gerne. Zum Dank dafür hat es mir kein Ei gelegt. Wobei, vielleicht wollte es das ja, aber es klappte nicht, weil wir Ende November von 12 Tageslichtstunden meilenweit entfert waren. Es war dann auch gar nicht so einfach, den Besitzer des Übernachtungsgastes zu finden, schließlich hat hier jeder Dritte Hühner.


In der Schublade liegen noch zahlreiche Gartl-Projekte. Ich bin schon neugierig, wie viele ich 2017 umsetzen kann, oder ob sich überhaupt eines verwirklichen lässt.

11 Oktober 2016

Herbst-Geklimper

Feststellung #1: Gerade eben wurde hier noch den Hundstagen gehuldigt, da hat sich, quasi über Nacht, der Riese Herbst ins Gartl gequetscht, dass die Bäume Blätter lassen wie ein erschrockenes Huhn Federn.
Feststellung #2: Nana Mouskouri und Tom Waits haben was gemeinsam! Nein, war nur Spaß.


23 Juli 2016

Hundstage

Lange haben wir auf sie gewartet - jetzt ist sie da - die Sommersonne. Und mit der letzten Juliwoche auch die "Hundstage", mit Sirius im Schlepptau. Aber wie kann man sie genießen und nicht nur grad mal so ertragen?


Als Philanthrop mit gleichzeitiger Abneigung gegen Menschenansammlungen, wie man sie im Freibad oder am Badesee findet, bleiben für mich nur wenige Optionen:
  • kilometerweit fahren für ein paar Stunden in der Tropfsteinhöhle?
  • ein Kathedralenbesuch mit ganztägigem Freskenstudium?
  • ins klimatisierte Büro gehen und ein bisschen arbeiten???
Ähmm. NIE im Leben NICHT!

Erfreulicherweise gibt es für mich neben oben Genanntem noch eine weitere Möglichkeit, die beste von allen: Zu Hause im Garten mit viel lichtem Baumschatten verweilen. Ohne Pool und Schwimmteich, aber mit einem Ziegelbrunnen, der dreimal täglich automatisch mittels Zeitschaltuhr mit frischem, eiskaltem Grundwasser gefüllt wird (davon gibt es hier in Aunähe genug) und wenn ich extrem mutig bin, setz ich mich rein, Arme und Beine liegen bequem auf dem breiten Rand auf. Dazu muss das Thermometer aber schon 35°C anzeigen. Meist reicht es, am Rand zu sitzen und mit den Beinen im kalten, klaren Wasser zu baumeln. Da ist der Kopf im Nu wieder klar.


Man kann aber auch von innen kühlen! Und dies gleich mit Nahrungsaufnahme verbinden. Weil ich aber bei dieser Affenhitze den Herd nicht anwerfen will, gehen meine Gedanken Richtung Gazpacho. Die derzeitige Gurkenschwemme im Gartl lässt mich dann jedoch auf eine Geeiste Gurkensuppe umschwenken. Jawohl!!!


Es müssen neben zwei Feldgurken auch Joghurt, Gemüsesuppe, ein Hauch Knoblauch, rote Frühlingszwiebel  und VIIIIEEEL Pimpinelle rein. Der Kleine Wiesenknopf ist neuerdings mein absolutes Lieblingskraut, 2016 habe ich ihn zum ersten Mal im Gartl angebaut und gebe ihn am liebsten einem grünen Salat bei. Der Geschmack ist schwer zu beschreiben, wobei "erfrischender Gurkengeschmack" schon eine Vorstellung gibt, dem Boretsch nicht unähnlich, wenn auch viel weniger haarig.


Die Zutaten kommen mit einem Schuss Essig und Salz alle in einen Standmixer, wobei es hilfreich ist, wenn Gurken und Joghurt aus dem Kühlschrank kommen, dann dauert das Kühlen nicht so lange. Man kann auch gleich Eiswürfel reingeben, dann ist die Suppe im Handumdrehen fertig.

Aus einer Tasse getrunken und mit Boretschblüten verziert, schmeckt sie gleich noch einmal so gut.





So lässt sich die Hitze nicht nur aushalten, sondern auch genießen!

03 Juli 2016

Morgens, bevor die Gäste kommen

Erstes Juliwochenende. Frühmorgens im Gartl. Es ist noch still, bis auf die Geräuschkulisse der Vögel.


Ich bin auf dem Weg in den Gemüsegarten. 




Vorbei an der ausladenden Feige. Der jährliche Größenzuwachs ist enorm. Damit habe ich nicht gerechnet.


Zwischen dem erst kürzlich aufgeasteten Nadelbaum und dem Baumhaus steht das Vogelbad.


Mir ist aber grad nicht nach bouldern.... :-D


Das gelb leuchtende Johanniskraut hat sich seinen Garten selbst ausgesucht. Es hat sich im schattigsten Beet, das direkt neben der Hecke und hinter dem Rosenlaubengang liegt, ausgesät.



Im selben Beet habe ich die feuchteliebende Brunnenkresse gepflanzt: Ich habe sie in einer dichten Saatschale, sozusagen im steheden Gewässer, vorgezogen. Hat überraschend gut funktioniert.


Langsam schiebt sich die Sonne über den Schuppen. Die Gartenmelde leuchtet zwischen den Karotten.



Die überreifen weißen Ribisel (Johannisbeeren) müssen geerntet werden.


Das seitlich einfallende Morgenlicht erzeugt starke Kontraste. Schön.

Gesunde Feldgurken konnte ich bereits Ende Juni ernten.


Blick durch die Gurkenrankhilfe.


Taunasse Dille mit Korianderblütchen.


Nun hat es sie Sonne endgültig geschafft. Schon jetzt spürt man, dass es ein extrem heißer Tag werden wird.

Die Bank ist der Schlusspunkt im Gemüsegartl.


Noch ein letzter Blick unter das dichte Blätterkleid der Indianerbanane. Ja, zwei Früchte sind noch dran. Vorfreude macht sich breit......

Noch ein wenig die Morgenstimmung, den würzigen, frischen Duft genießen. Dann können die Vorbereitungen fürs Gartenfest beginnen.

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