06 Januar 2013

Museumsdorf Niedersulz

Als unverbesserlicher Winterignorierer, der gerne auf die letzte Gartensaison zurückblickt und die kommende nicht erwarten kann, habe ich mich heute drangemacht, die letzten Besuche (Mai und Juli) im Museumsdorf Niedersulz im Weinviertel  revue passieren zu lassen. Liebhaber historischer Gemäuer und ländlicher Ensembles und/ oder Gartenverehrer kommen daran nicht vorbei. Mir haben es besonders die traditionellen Vorgärten angetan, auch die Stimmung am alten Friedhof und selbstverständlich die Vinothek, wo man am besten bei einem Glaserl Winzersekt Rast macht.

Das ständig wachsende Museumsdorf bietet immer wieder Neues, stellt altes Handwerk vor, belebt bäuerliche Traditionen und bleibt durch Veranstaltungen lebendig. Es ist nicht nur einen einmaligen Besuch wert! Ab 1. April ist wieder für Besucher geöffnet!


      

Alte Volksschule aus Gaiselberg - dahinter das Eingangsportal


Sulzbach


Links der Pfarrhof - rechts der Gasthof




Bürgermeisterhaus

Taubenkobel



Kleinhäuslerhaus aus Altlichtenwarth

Am Weiher

Hofmühle aus Walterskirchen






Alter Gasthof aus Poysdorf



Kleinhäuslerhaus aus Altlichtenwarth

Gasthof Altes Jägerhaus


 

Holzzaun nach meinem Geschmack
 


Rauchfang nach meinem Geschmack












Sattlerhaus

Wultendorfer Hof


Kleinhäuslerhaus

Link zur Webseite des Museumsdorfs Niedersulz: http://www.museumsdorf.at/de/default.asp
Link zum Blog des Museumsdorfs Niedersulz: http://museumsdorf.wordpress.com/


01 Januar 2013

Campsis radicans - Kraftlackl und Himmelsstürmer

Es ist wieder einmal Zeit für eine öffentliche Liebeserklärung!

Ich gestehe: Ich bin ihr verfallen, dieser üppigen, kraftstrotzenden Kletterschönheit, namens Campsis radicans, auch geheißen Jasmintrompete, Trompetenblume oder Rote Trompete.



Schon als wir unser kleines Anwesen 2005 erworben haben, schmachtete ich diese vitale Schönheit über den Zaun hinweg an, wo sie einen alten, hohen Schupfen in Nachbars Garten eingenommen hatte und sommers orange herüberleuchtete. 2007 beglückten mich meine netten nördlichen Nachbarn mit zwei Sämlingen, die ich gleich an den beiden südlichen Ecken unserer Schupfenruine einpflanzte. Der Boden dort ist karg und steinig, unbarmherzig brennt die Sonne den lieben langen Tag darauf. Drei lange Jahre des Zweifelns und Kopfschüttelns folgten: Es quälten sich zwar  je zwei bis drei Stämmchen mühsam die Holzlatten hoch, aber von Üppigkeit oder Blütentraum keine Spur. Im vierten Jahr gings dann los: Die Stämmchen hatten sich zwischen den Holzlatten verspreizt und ihre Wurzelfüßchen in die raue Oberfläche gesaugt und im Dachbereich entwickelte sich die Andeutung eines Blätterdaches mit einigen Blüten. 2011 erfreuten wir uns an der üppigen Blütenfülle, die uns 2012 endgültig überwältigte! Nun war auch zu erahnen, mit welch zerstörerischer Kraft die Stämme und Triebe auf die windschiefe und ohnehin einsturzgefährdete Schupfenruine einwirkten. Keine Frage, das nehmen wir in Kauf für diese atemberaubende Schönheit.

Die Trompetenblume ist zweifelsfrei eine hochinteressante Kletterpflanze. Als Selbstklimmer erobert sie mit ihren Haftwurzeln, denen man im übrigen bei ihrer Ausbreitung förmlich zusehen kann, Holz-,  Putz-, und sicherlich auch Steinfassaden.


Oben die frischen, saftigen Wurzelfüßchen eines Sämlings, der 2011 am Rosen-Laubengang aufgegangen war und diesen im Herbst 2012  bereits um einen halben Meter überragt hat. Das Stämmchen hat also in einer Saison und unter idealen Bedingungen 2,50 m zugelegt! Das mag ich. Das beeindruckt mich.


Hier der o.g. Sämling auf halber Höhe an einem Pfosten des Laubengangs im Sommer 2012.

Oben derselbe Sämling im Herbst 2012!

Da an diesem Pfosten 2011 eine Rambler-Rose, nämlich die Russeliana, gepflanzt wurde, darf man gespannt sein, wie sich die beiden so dicht nebeneinander arrangieren werden. Den 3m-Sprint hat schon mal die Campsis gewonnen.




Die beiden oberen Bilder zeigen die verholzten Stämme einer sechsjährigen Pflanze. Die Stämme, die ja auch an Durchmesser beträchtlich zunehmen, haben bereits zahlreiche Holzlatten auseinandergedrückt. Die Haftwurzeln scheinen ebenso zu verholzen, sobald sich die Pflanze anderweitig Halt verschafft hat und nicht mehr nur auf die Haftwurzeln angewiesen ist, wie im Jugendstadium.



Freude macht die Campsis auch, weil sie absolut frosthart ist, was nach dem großen Rosenfro(u)st im Februar 2012 allgemein Thema ist. Ich habe sie noch nie im Winter geschützt. Gedüngt werden sie von mir kaum, ab und an mit verdünnter Brennesseljauche, wenn mir im Vorbeigehen mal was versehentlich aus der Gießkanne rausschwappt. Zu viel Dünger, vor allem Stickstoff,  ist auch der Blütenfülle abträglich, d.h. Vernachlässigung danken diese Pflanzen mit Blühfreudigkeit. Das mag ich auch!

Es gibt auch weniger frostharte Sorten, wie Campsis tagliabuana (x) Indian Summer oder  Campsis tagliabuana (x) Mme Galen, die durch Einkreuzung mit Campsis grandiflora entstanden sind. Für mich wiegt Unkompliziertheit und Verlässlichkeit mehr. Ich will bei Kletterpflanzen nicht jedes Jahr wieder von unten beginnen.

 Ich habe meine Pflanzen bisher noch nicht geschnitten, weil es mir gerade ihre Üppigkeit und Unbändigkeit angetan hat. Bevor sie mir jedoch den potjemkinschen Stadel ganz auseinandernimmt, werde ich wohl in der nächsten Saison die Schere ansetzen müssen. Der Rückschnitt soll nicht im Sommer, sondern im Frühjahr kurz nach dem Austrieb durchgeführt werden, da die Campsis an den einjährigen Trieben blüht. Diese werden auf drei bis vier Augen zurückgeschnitten und aus den verbleibenden Zapfen entwickelt sie wiederum ihre Blüten. 

Da wird wohl die mehrfach ausfahrbare Leiter zum Einsatz kommen müssen - seufz!



Meine Lieblingsseite zum Thema Fassadenbegrünung ist übrigens: www.fassadengruen.de von einem Unternehmen, das  Edelstahl-Seilsysteme als Rankhilfen für Kletterer vertreibt. Die Seite gibt einen perfekt strukturierten Überblick über die verschiedenen Kletterpflanzenkategorien und für welche Fassade ein bestimmter Kletterer geeignet ist. Darüber hinaus sind unzählige Fotos mit wunderschönen Anwendungsbeispielen zu jedem Kletterer enthalten. Das Thema ist mit dieser Seite wunderbar umfassend aufgearbeitet. Da kann man sich was drunter vorstellen. Und das mag ich auch.

09 Dezember 2012

Zur Untätigkeit verdammt?

 Wie üblich kam der Frost, bevor ich die Herbstarbeiten abgeschlossen hatte. In diesem Jahr hatte ich besonders wenig Zeit, aber sage ich das nicht jedes Jahr? So stehen die Roten Rüben, die Karotten, der Mangold und die Endivien, letztere zumindest mit Folie geschützt, noch in den Beeten.




 Der erste Schnee fiel bereits am 28. Oktober, ganz ungewöhnlich für unsere Breiten, und zwei Wochen davor hatte ich mich noch geweigert, den Herbst schön zu finden und mich wohlig grunzend in den letzten Sommerbildern gesuhlt.


Zu meiner abschließenden Bodenpflege im Gemüsegarten gehört eigentlich, mit der Grabgabel zu lockern, mit dem Sauzahn durchzupflügen und dann noch einmal grob durchzuhacken. Schließlich kommt noch eine Schicht Kompost drüber. Gerade mal drei Beete habe ich auf diese Weise vorbereitet. Dann kam der Kahlfrost...


Nachdem ich aber nicht zu denen gehöre, die einfach alles hinnehmen, ziehe ich mich warm an und mache mal einen Rundgang. Es gibt immer was zu tun! Wäre doch gelacht.

O.K. Das restliche Nusslaub könnte ich zusammenrechen und in der Bio-Tonne entsorgen, aber es liegt zu viel Eis drauf und außerdem ist der Deckel an der Tonne festgefroren.
Ah! Den Winterschnitt an den heuer gepflanzten Clematis könnte ich durchführen. Erledigt. Das hat mich gerade mal 2 Minuten beschäftigt.
Und nun? Minus füng Grad Celsius nehmen mir langsam die Lust am Aufgaben-Suchen. Ich bin schon auf dem Weg zurück ins Haus, da sehe ich, wie die sich Sonne auf den Futterplatz der Vögel legt und das zieht sie magnetisch an. JA! Ich werd mich mit meiner Kamera in die ebenso kalte Werkstatt verziehen und ihnen hinter dem Fenster beim Pfirsich auflauern. Auch wenn der Abstand zwischen mir und den Vögeln nur einen Meter beträgt, wenn ich ganz still halte, sehen sie mich nicht.

Schnell die Kamera geholt und Stellung bezogen. Die ersten Frühstücksgäste tauchen auf: Sperling und Kohlmeise, sie fressen oft gemeinsam.



Wenn aber der Buntspecht anfliegt, weichen sie auf angrenzende Beobachtungsposten aus:


Er fliegt die schwingenden Futtersäckchen nicht direkt an, sondern landet zuerst am Stamm und hüpft dann das letzte Stück zu den Leckerbissen hinauf. Den Fettblock kennt er schon, kann aber sein, dass er überrascht ist, diesen wieder gefüllt zu sehen, da während der letzten Tage gähnende Leere herrschte.





Er ist so nah, dass ich den Atem anhalte. Das Bedürfnis steigt, sein in der Sonne leuchtendes Gefieder zu berühren.


Und schon scheint er sich in Position zu bringen. Oder ist das Entrüstung in seinem Blick??????

Schon im Oktober hab ich mich in der Werkstatt versteckt, um einen selteneren Besucher einzufangen, den Kleiber


Der Kleiber, auch Spechtmeise genannt, steht in der Hierarchie unter dem Specht, aber über den Meisen, zumindest äußert sich das am Futterplatz so. Meisen und Sperlinge, die gerade fressen, pickt er aggressiv weg, wenn aber der Specht speist, wartet er abseits, meist hält er sich am Rand herausgebrochener Putzstücke an der Werkstattwand und pickt ganz unbeteiligt noch mehr vom alten Putz heraus und macht damit die Löcher noch größer.


Bekanntlich besetzt der Kleiber die Höhlen des Spechts und verkleinert das Einflugloch mit Lehm. Überhaupt hat er viel vom Specht, vor allem das Baum-Rauf-und-Runter-Hüpfen, wobei er aber, anders als der Specht, einen Fuß vor den anderen setzt. Wie bei der Spechtschmiede, klemmt er Nüsse in Astgabeln und hackt sie auf. Leider ist der flinke Kleiber mit seinen ruckartigen Bewegungen extrem schwer zu fotografieren.



Hab ich also doch noch was Sinnvolles im Garten gemacht! Ganz zufrieden bin ich allerdings noch nicht. Da die Finger schon klamm sind, begebe ich mich ins Warme und suche mir dort eine Beschäftigung, nämlich Kresse aussäen, das nehme ich mir schon seit Wochen vor.


 Deckel druff und nun wachst mal schön!

Und weil die Sonne noch so schön reinlacht, blättere ich  noch ein wenig in Karel Capeks "Jahr des Gärtners", ein satirisches Bändchen, das aus dem Gärtner beinahe einen Zwangsneurotiker macht.



Nun bin ich vollends zufrieden...













11 Oktober 2012

Letzte Sommertage in Bildern

Während andere schon seit Wochen den Herbst loben und die Schönheit vernachlässigter und vertrockneter Staudenbeete beschwören, hole ich mir noch ein letztes Mal den Sommer herein und freue mich, dass die kalten Herbststürme sich vorerst mit ein paar Drohgebärden begnügt haben....Bis sie mit ihrem Schlachtplan fertig sind zum Einmarschieren nutze ich jede spärliche, freie Minute, an der warmen Holzwand die letzten Sonnenstrahlen aufzusaugen. Heute hat es sogar für ein 5-Minuten-Nickerchen auf einem Sessel sitzend, gereicht. Leider hat mich der herabfallende Schlüsselbund, der mir aus der Hand geglitten ist, jäh aufgeschreckt. Hmmm... und ich dachte immer, nur "wirklich alte Leute" können im Sitzen schlafen! Nicht, dass mir da einer falsche Schlüsse zieht: Heute hätte ich auch im Handstand einschlafen können!



Im Bild oben: Mein Nickerchen-Plätzchen, dort, wo die Kürbisse standen....




 






 








  
Waren das die letzten Hausaufgaben draußen???






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