23 Juli 2016

Hundstage

Lange haben wir auf sie gewartet - jetzt ist sie da - die Sommersonne. Und mit der letzten Juliwoche auch die "Hundstage", mit Sirius im Schlepptau. Aber wie kann man sie genießen und nicht nur grad mal so ertragen?


Als Philanthrop mit gleichzeitiger Abneigung gegen Menschenansammlungen, wie man sie im Freibad oder am Badesee findet, bleiben für mich nur wenige Optionen:
  • kilometerweit fahren für ein paar Stunden in der Tropfsteinhöhle?
  • ein Kathedralenbesuch mit ganztägigem Freskenstudium?
  • ins klimatisierte Büro gehen und ein bisschen arbeiten???
Ähmm. NIE im Leben NICHT!

Erfreulicherweise gibt es für mich neben oben Genanntem noch eine weitere Möglichkeit, die beste von allen: Zu Hause im Garten mit viel lichtem Baumschatten verweilen. Ohne Pool und Schwimmteich, aber mit einem Ziegelbrunnen, der dreimal täglich automatisch mittels Zeitschaltuhr mit frischem, eiskaltem Grundwasser gefüllt wird (davon gibt es hier in Aunähe genug) und wenn ich extrem mutig bin, setz ich mich rein, Arme und Beine liegen bequem auf dem breiten Rand auf. Dazu muss das Thermometer aber schon 35°C anzeigen. Meist reicht es, am Rand zu sitzen und mit den Beinen im kalten, klaren Wasser zu baumeln. Da ist der Kopf im Nu wieder klar.


Man kann aber auch von innen kühlen! Und dies gleich mit Nahrungsaufnahme verbinden. Weil ich aber bei dieser Affenhitze den Herd nicht anwerfen will, gehen meine Gedanken Richtung Gazpacho. Die derzeitige Gurkenschwemme im Gartl lässt mich dann jedoch auf eine Geeiste Gurkensuppe umschwenken. Jawohl!!!


Es müssen neben zwei Feldgurken auch Joghurt, Gemüsesuppe, ein Hauch Knoblauch, rote Frühlingszwiebel  und VIIIIEEEL Pimpinelle rein. Der Kleine Wiesenknopf ist neuerdings mein absolutes Lieblingskraut, 2016 habe ich ihn zum ersten Mal im Gartl angebaut und gebe ihn am liebsten einem grünen Salat bei. Der Geschmack ist schwer zu beschreiben, wobei "erfrischender Gurkengeschmack" schon eine Vorstellung gibt, dem Boretsch nicht unähnlich, wenn auch viel weniger haarig.


Die Zutaten kommen mit einem Schuss Essig und Salz alle in einen Standmixer, wobei es hilfreich ist, wenn Gurken und Joghurt aus dem Kühlschrank kommen, dann dauert das Kühlen nicht so lange. Man kann auch gleich Eiswürfel reingeben, dann ist die Suppe im Handumdrehen fertig.

Aus einer Tasse getrunken und mit Boretschblüten verziert, schmeckt sie gleich noch einmal so gut.





So lässt sich die Hitze nicht nur aushalten, sondern auch genießen!

Kommentare:

  1. Ganz wunderbar! Deine eiskalte Gurkensuppe. Ich glaube, das gibt es bei uns heute Mittag, und erst am Abend, wenn es etwas kühler wird, mache ich das vorgesehene "warme" Essen...Ja! So mache ich es!
    Aber noch eine andere Geschichte hat mich hier zu Dir "getrieben":bei Google war zu lesen, dass Du das Buch "Ein junger Garten auf dem Land" rezensiert hast. Dazu ein Tipp: Schau doch einmal auf dem Blog "Gartenbienenweide" nach. Die Bloggerin Agnes war mit Staudenfreunden in eben diesem Garten der Familie Zimmermann! Sie hat viele schöne, aussagekräftige Bilder von dort mitgebracht! Eine gute Ergänzung Deiner Rezension und eine Bestätigung zugleich!

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  2. Gurkensuppe ist wirklich sehr empfehlenswert für die heißen Tage. Mache ich mir nach einem anstrengenden Tag im Garten auch mal gerne wieder.

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