15 August 2012

Erlesene Gästeliste

Üblicherweise verirren sich keine VIPs in mein Gärtchen, wohl aber VIAs - Very Important Animals - zumindest sind sie das für mich, vor allem weil ich sie hier noch nie gesehen und auch gar nicht vermutet habe.

So zum Beispiel: Der Segelfalter ( wiss. Iphiclides podalirius, engl. Scarce Swallowtail, frz. Le Flambé, ital. Podalirio - praktisch veranlagt, diese Italiener).


Mit seiner Flügelspannweite von 60-80 mm und seinem namengebenden typischen Flugstil verursacht er in meinem Herzerl ein paar Extrasystolen. Und prächtig ist er natürlich auch. Eigentlich in Südeuropa zu Hause, breitet er sich aber in den letzten Jahren wegen der heißen Sommer auch in Mitteleuropa immer mehr aus. Rund um Wien ist er gar nicht so selten. Dort findet man ihn an den Donauufern auf feuchtem, offenem Boden. Und meinen Garten hat er als Sommerfrische gewählt. Seine Raupe frisst in unseren Breiten hauptsächlich an niedrigen Krüppelschlehen und Felsenkirschen, aber vermehrt auch an Zwetschge und Pfirsich. Im Bild oben ist unser Weingartenpfirsich im Hintergrund auszumachen. Vielleicht hat er sich ja entschlossen, hier ein Ei abzulegen....


Der Segelfalter ist eigentlich unverwechselbar. Eventuell könnte man ihn mit dem Schwalbenschwanz verwechseln, der aber in der Grundfarbe stärker gelb ist. Dem Schwalbenschwanz fehlen außerdem die Streifen und die überlangen Schwänzchen des Segelfalters. Für mich ein echter Burner!


Ebenfalls noch nie dagewesen, oder vielleicht auch noch nie von mir beobachtet: Die Feuerlibelle (wiss. Crocothermis erythraea, engl. Scarlet darter oder Broad scarlet). Auch dieser Gast hat es durch die Klimaerwärmung zu uns geschafft, ja, sogar nach Norddeutschland! Hier ein geschlechtsreifes Männchen in der Mittagshitze auf einem gestutzten Rittersporn neben dem Brunnen im Gemüsegarten.


Die Feuerlibelle gehört zu den Großlibellen, die in einer Sekunde von 0 auf 50 km/h beschleunigen können. Deshalb hatte ich auch nicht die geringste Chance auf ein zweites Foto. Manche können sogar rückwärts fliegen und manche erreichen eine Querbeschleunigung von 30 g! Zum Vergleich: Mein Kotztüten-Limit liegt bereits bei 2 g, bildlich: Ich auf einer Kinderschaukel!  Oder die des Eurofighter bei 9g (vgl. dazu Willi Wünsch ((nein, ich glaube nicht, dass der Name echt ist)) hier).

Seit dem letzten Jahr beobachte ich auch Bachstelzen (wiss. Motacilla alba, engl. White Wagtail). Auffällig sind sie wegen ihres schönen weiß-schwarzen Gefieders und dem wippenden Schwanz. In der Hängematte liegend, konnte ich beobachten, wie Mutter oder Vater immer wieder wegflogen, um Insekten zu fangen und das Kleine zu füttern, während dieses - ja, man muss fast sagen - artig 10 Minuten am Dachfirst sitzen blieb.


Und nun zu den Stammgästen: Sie bevölkern, und das kann man wörtlich nehmen, den gesamten Garten. Die Wechselkröten (wiss. Bufo viridis). Anscheinend in Österreich stark gefährdet. Ich darf an dieser Stelle widersprechen. Sicher NICHT bei uns. Dank Nachbars Biotop (anscheinend fischfrei, denn das ist die Voraussetzung für das erfolgreiche Ablaichen) lungern sie überall herum. Blauäugig kaufte ich ihnen ein  (EIN!!!) Krötenhaus. Zwanzig würden immer noch zu wenig sein. Jedes Mal, wenn ich denke, ich schau mal rein, da ist eh keiner drin, drängen sie sich sonder Zahl an  den hintern Rand und starren mich ausdruckslos an.Sie lieben es, tagsüber zwischen Hausmauer und Ziegelsteinen zu Dutzenden über- und nebeneinander zu dösen. Egal ob Schupfen, Werkstatt oder Lager, sie sind hinter jeder Tür, die man öffnet. Eine hatte sich mal in die Küche verirrt. Sie lassen sich aber leicht fangen.


Bei uns überwintern sie, indem sie sich entlang der umlaufenden Bretter, die die Gemüsebeete einfassen, tief eingraben. Beim Lockern der Beete im März muss ich besonders achtgeben, denn sie halten bis Ende März Winterruhe.


09 August 2012

Möööööhner ernten!

Für die schöööhnen Möööhner wird's Zeit! Sie lassen sich nun mehr als freiwillig rausschütteln aus ihren kunstvoll gefertigten Samenkapseln. Die reine Freude.....



Acknowledgements: Jürgen Steinberger

06 August 2012

Naturschönheiten

Hier stelle ich euch ein paar "Naturschönheiten" auf's Podest:


Diese Lavatera habe ich seit vielen Jahren. Sie hat bisher jeden Frost überlebt - im Gegensatz zu meinen Rosen - jedoch nur mit dickem Wintermantel. In milderem Klima bildet sie üppige Büsche, ca. 1,50 m hoch und breit.

Die nächsten drei Bilder könnte man taufen: "Mutter-Vater-Kind" - ein Spiel aus meiner Kindheit...

Mutter?



Vater?



Kind?
Liegt doch irgendwie nahe, dass aus Weiß und Blau Blassblau entsteht!


Und hier vielleicht die Mutter aller Glockenblumen?


Unten die Speisechrysantheme: zum Beispiel habe ich sie schon frittiert. Schmeckt köstlich mit ein wenig Salz, aber zum Satt-Werden müsste ich den ganzen Bestand roden. Da genieße ich sie lieber wie abgebildet.





Hier die gefleckte Hainblume, aus Samen gezogen. Sie ist nur ca. 15 cm hoch und man muss schon auf die Knie gehen, um ihre Schönheit zu bewundern....

Und diese Schönheit ist ja auch zum Niederknien!


Mit dem Kalifornischen Mohn hat sie gemeinsam, dass sie abends die Köpfchen schließt. Dabei schiebt sie kunstvoll ihre Blütenblätter, die je einen violetten Fleck am äußeren Rand aufweisen, zusammen, sodass eine violette Spitze entsteht. 



 

Wie unschwer zu erkennen ist, handelt es sich hierbei um das Erdbeerbeet im Gemüsegarten. Da ich es nicht über's Herz brachte, den Mohn zu entfernen, hatten die Erdbeeren dieses Jahr keine echte Chance. In ihrer Verzweiflung haben sie sich aus dem Beet gestürzt. Nun breiten sie sich auf den Rindenmulch-Wegen und entlang der Beeteinfassungen aus. Finde ich wirklich kreativ!



Taglilien-Prachtexemplar





Rudbeckia - mit Wimpern klimpern.....


Einfach nur schön!

26 Mai 2012

Von Null auf Dreißig in fünf Tagen

Darauf warte ich jedes Jahr gespannt bis zur Unerträglichkeit: Auf die Blüte des Papaver orientale "Beauty of Livermere". Dieses Jahr habe ich annähernd dreißig Knospen gezählt.

Für mich hat er einfach das schönste, tiefste Rot aller (mir bekannten) Mohnsorten. Seine Fernwirkung ist beinahe magnetisch, seine Kombinierbarkeit mit Violett- oder Rosatönen ist zwar besser als jene des Türkenmohns, aber nicht so harmonisch wie jene der Sorte  "Marlene" (hier bei Gaissmayer), die aber wiederum nicht die Strahlkraft des "Beauty of Livermere" besitzt.

 An obigem Foto habe ich nichts geändert, außer den Rahmen hinzugefügt!

Ich weiß, diese einzelne Schönheit im Hintergrund macht gar nichts her. Mal sehen, wie das in einigen Tagen aussieht, wenn die Eisheiligen abgezogen sind und sich der Großteil der Knospen geöffnet hat.

Nach den Eisheiligen: So empfindlich Mohn gegenüber Hitze ist, die stürmischen und gewittrigen Eisheiligen konnten ihm nichts anhaben:

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An "Patty's Plum" liebe ich dieses staubige Altrosa, das sich so schön kombinieren lässt:


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Hier entblättert sich "Queen Alexandra".
 

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Von "Perry's White" hingegen ist dieses Jahr nicht viel zu sehen. Um genau zu sein, gar nichts. Der Platz ist zu heiß und zu trocken, der Boden ziemlich vernachlässigt.

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Im Innenhof, im Schatten der Werkstatt, legt der "Türkenlouis" los.




25 Mai 2012

Freund und "Feind"

Mein "Freund" der Rosenkäfer:
"So lange du dich nur am Engelwurz labst, sind wir die besten Kumpels.  Also, benimm dich!"



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 Ich habe keinen Tau, mit wem ich es hier zu tun habe. Ich werde jedoch nicht dem Trugschluss aufsitzen, dass, wer so hübsch ist, nichts Böses im Schilde führen kann.


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So hab ich es gerne: Wenn die Blattlauspolizei sich fleißig vermehrt. Was das Personal nach Dienstschluss treibt, kümmert mich nicht. ;-)


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Zwar ist's im Bau noch ruhig, aber die Tür ist schon zu. Mama Schwalbe flitzt durch den Hof, aber mit dieser Geschwindigkeit kann die Auslöseverzögerung meiner Kamera nicht mithalten. Leichter geht's, wenn die Kleinen die weit geöffneten Schnäbel rausstrecken.




Endlich geht's wieder rund. Schön!

14 April 2012

Aufgeweckte Kerlchen

Nun kann ich beruhigt sein: alles ist so, wie es sein soll, draußen im Garten. Auch, wenn ich in diesem Frühjahr kaum Zeit für meinen Garten habe, sie zeigen sich auch in den kurzen Momenten meiner Anwesenheit. Manche freiwillig, manche nur widerwillig, wie zum Beispiel dieses Fröschlein, das ich versehentlich aus dem Zucchinibeet gehackt habe. Keine Angst, alles war noch dran.
Nur fotografieren lassen wollte es sich nicht und zeigte mir die kalte Schulter...ääähm den kalten.....seht selbst:


Völlig ungerührt hingegen blieb der Kollege trotz Kamera auf Tuchfühlung:


Das Taubenschwänzchen hat eine Vorliebe für die Nachtviole, wie ich nun weiß. Wundert mich nur, dass ihm der Rüssel nicht im Weg ist beim Anflug. Na ja, vielleicht erhöht er auch die Zielsicherheit.

Zwei wollten überhaupt inkognito bleiben. Mein Mann hat aber im Kompost verdeckt ermittelt und die Tarnung auffliegen lassen:


Das kommt dabei heraus, wenn Igel versuchen zu "türmen"....


Das war der Rhabarber vor etwa zwei Wochen - heute gibt es schon Kuchen.

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