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28 Januar 2017

Gartenglanzlichter 2016

Wenig hab ich gepostet im vergangenen Jahr. Aber ein paar Eindrücke liefere ich im Schnelldurchlauf nach:

Mein erster Kraftakt 2016 ist das Wegschaufeln von 3m³ Rindenmulch und 3m³ Kompost. Den Mulch hab ich unter die Hecke entlang der Westseite des Grundstücks geschaufelt, den Kompost hab ich mehr oder weniger überall verteilt. "Das mach ich so schnell nicht wieder", sagt mein Rücken. Er weiß aber nicht, dass er ab März den "kleinen" Vorgarten beackern muss. Ich sag es ihm, wenn es so weit ist...


Im Gemüsegarten spielt sich das Meiste noch unterirdisch ab:


Als neues Unkraut hat sich die Akelei 2016 etabliert. Sie fühlt sich im Gartl überall wohl und kreuzt sich wild durcheinander. Hier nur zwei April-Fotos:


Mitte April steuert das Vergissmeinnicht frisches Blau zur neuen Saison bei:


Bei den Rosen legt sich die Parkrose Nevada im Mai als erste ins Zeug, fast gleichzeitig mit dem roten Kletterer Etoile de Hollande:





Bald wollen die Rosen nur noch eins: sich gegenseitig überwuchern.




Der Rosenlaubengang ist ein berauschender Ort zum Innehalten:

Die schönsten Kombinationen erfinden sich selbst: Nigella damascena, Koriander und die langen, schmalen Blätter der Taglilie.


 Lilium regale:

Drei Schwalbenschwanz-Rabauken schmarotzen an meiner Cortia wallichiana. Ihr Appetit wächst proportional zu ihrem Körper. Sie vertilgen alles frische Grün. Auch an den gefiederten Karottenblättern hängen sie. Was soll man machen....


An einem heißen Juliabend noch ein Gartenfest. Um Mitternacht am Brunnenrand sitzen, die Beine im kühlen Nass:

Im August in Deutschland und in Frankreich:
Ich tigere um die alten Gemäuer im Elsass, bis mir alles, aber auch wirklich alles, wehtut. Ich muss mir endlich abgewöhnen, in jedes Architekturjuwel gleich einziehen zu wollen....


Haut-Koenigsbourg: Zu viele Leute - nix für mich.

Im September kann ich erstmals im Leben die Pawpaw, die Indianerbanane kosten: ein umwerfender Geschmack nach Mango, Papaya und ein wenig Banane. Die zwei Exemplare stammen von einem Strauch, der sich fast ein Jahrzehnt auf die ersten Früchte vorbereitet hat, also wahre Schätze! Siehe diesen Post.



Dass so ein Sommer viel zu schnell vergeht, brauch ich euch wohl nicht zu sagen. Der Herbst aber versteht es, einen dafür zu entschädigen:


Ende November findet sich plötzlich ein Huhn im Garten, ein Gourmethuhn, so viel ist sicher. Toast in Milch eingeweicht, Gurke und Birne nimmt es gerne. Zum Dank dafür hat es mir kein Ei gelegt. Wobei, vielleicht wollte es das ja, aber es klappte nicht, weil wir Ende November von 12 Tageslichtstunden meilenweit entfert waren. Es war dann auch gar nicht so einfach, den Besitzer des Übernachtungsgastes zu finden, schließlich hat hier jeder Dritte Hühner.


In der Schublade liegen noch zahlreiche Gartl-Projekte. Ich bin schon neugierig, wie viele ich 2017 umsetzen kann, oder ob sich überhaupt eines verwirklichen lässt.

16 Mai 2016

Erfolgsgeschichten

Den einen habe ich links liegen lassen, den anderen einfach vor die Tür gesetzt. Klingt nach einem kaltherzigen Menschen, nicht wahr? Bin ich aber nicht. Ich bin nur jemand, der keine Zeit hat, Gartenbewohner zu verhätscheln.

Fangen wir bei dem links hinten an: So ca. 2008 habe ich von einem netten Meeresbiologen eine PawPaw bekommen, auf gut Deutsch eine Asimina triloba. Man kennt sie auch unter dem Namen "Indianerbanane" oder "Banane des armen Mannes". Um welche Sorte es sich handelt, hat er mir nicht gesagt. Wohl aber hat er mir geraten, eine zweite dazuzusetzen, ansonsten verhungere der ohnehin schon arme Mann. Natürlich habe ich das nicht gemacht, was mir 2016 zum ersten Mal so richtig leid tut. Denn nach so vielen Jahren blüht sie heuer zum ersten Mal. Die meisten Sorten können schon nach 4 Jahren blühen und fruchten, meine hat sich halt etwas länger geziert. Ich habe auch gar nicht mehr damit gerechnet, dass sich da noch jemals was tut.


Die jahrelange Schockstarre lag sicher vordergründig am Standort. Der war anno 2008 zwar schön warm, aber damals nicht wirklich ein windgeschütztes Plätzchen, weil die Hecke an der Grundstücksgrenze gerade mal wadenhoch war.

Heute ist der Platz durch die hohe und dichte Hecke geschützt und die Sonne heizt bis zum frühen Nachmittag hin, das scheint zu reichen.

Kompost hab ich zwar ab und an hingeworfen, aber nur, wenn was übrig blieb, das Kerlchen musste also darben. Erst 2016 habe ich erstmals nicht mit Kompost gegeizt. Mikroorganismen bekommt die Pflanze auch seit zwei Jahren. Nun kann ich mir den Blüh-Verursacher aussuchen, vielleicht waren es auch alle Faktoren zusammen.

Die paar Blüten sind eine Sache, aber nun muss ich zusehen, dass es auch mal Früchte zu ernten gibt. Also werd ich einfach eine zweite Sorte, vielleicht eine "Prima" dazusetzen, da die Asimina zweihäusig ist und mit einer einzelnen hat man, wie gesagt, nichts angefangen. Dann beginnt aber erst die Arbeit: Weil es bei uns keine Insekten gibt, die diese nordamerikanischen Pflanzen besuchen, muss mit der Hand bestäubt werden. Unseren Insekten stinken die Blüten richtiggehend.

Oben ist gut zu sehen, dass der Stempel bereits ausgebildet ist, man könnte also schon bestäuben, wenn man eine zweite, frühblühende Pflanze hätte. Sorten gibt es ja zuhauf, aber werden die beiden auch gleichzeitig blühen? Es besteht also Handlungsbedarf.


Der vor die Tür Gesetzte ist die Feige, die mehrere Jahre im großen Topf dahinsiechte. Sie legte zwar einzelne Früchte an, die aber immer vor dem Sommer abfielen. Der Wurzelballen war so verfilzt, dass es gar nicht mehr möglich war, Kompost unterzumischen. Als wir ihn vor zwei Jahren schließlich vor eine Holzwand pflanzen wollten, mussten wir ihn mehr oder weniger herausmeißeln. Schlechter konnte es der Feige draußen sicher nicht gehen, denn auch im Winterquartier fror es ordentlich durch.

Zwei Jahre lang wieder dasselbe Spiel mit den paar abfallenden Früchten. Dieses Jahr sind tatsächlich viele angelegt und haben sich bereits zu stattlicher Größe entwickelt. Trotz Überraschungs-Frost Ende April 2016, der die obersten Blätter metzgerte, blieben die Früchte heil.

Auch hier die Frage nach dem Warum: Spitzen-Kompost 2016? EM- Mikroorganismen? Milder Winter? Egal, wenn sie nur bis zur Genussreife dranbleiben und nicht grad überreif abfallen, wenn wir im Urlaub sind!

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