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26 Oktober 2015

Nationalhelden

Die Österreicher feiern ja heute ihren Nationalfeiertag. Im Gartl stehen meine ganz persönlichen rot-weiß-roten Nationalhelden Spalier:



Die Vogelkirsche:



 Der Walnussbaum in Schmuckuniform:



Eine Wildrose wirft sich mit dicken Hagebutten in Schale:


Angeführt wird die Parade wird von einer Winterlinde, die zumindest einen, wenn nicht schon zwei Welkriege überstanden hat:



14 August 2015

Gartl goes Italy!




Heute möchte ich euch einmal zeigen, wie spannend es ist, wenn man nicht nur das anbaut, was die Großeltern schon im Garten hatten: Der Blick über den Tellerrand, diesmal nach Italien, hat dem Gartl ein genügsames und dem Speiseplan ein gesundes Gemüse eingebracht, auf welches ich nicht mehr verzichten möchte:  
 Den Mönchsbart
In meinem Gartl wächst ja nicht alles, nur weil ich das will. Ich habe ja so meine Probleme mit Kohl oder Lauch (Porree) und Tomaten, na, da wisst ihr ja schon Bescheid.

Seit 2014 baue ich den Mönchsbart an, eine Pflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse, Pflanzengattung Salzkrautgewächse, lat. Salsola soda.

Je nachdem, wo man sich in Italien befindet, kennt man es dort unter:
* Agretti
* Barba di Frate = Mönchsbart
* Barba di Negus (antike Bezeichnung für den äthiopischen Kaiser)
* Roscano
* Lischi
* Senape di Monaci (Mönchssenf)
* Finocchi del Mare (Meeresfenchel)

Mamma mia, lauter sprechende Namen, auf die man erst mal kommen muss. Die Italiener lieben halt ihr Essen!

Nicht schwer zu erraten, wo das Salzkraut im Mittelmeerraum oder Nordafrika wächst: auf den salzigen Böden der Küsten. Die Italiener säen bereits ab Januar aus, geerntet wird dann von März bis Mai, der Mönchsbart findet sich dort also typischerweise in den diversen Ostergerichten wieder. Das geht sich in unseren Breiten nicht aus.



2015 habe ich am 10. April direkt ins Beet ausgesät und dann noch einmal am 4. Mai und ernte nun seit Juli. Spätere Saaten haben, wie 2014, nicht gekeimt. Das kann daran liegen, dass es zu heiß war oder weil die Samen nur eine extrem kurze Keimfähigkeit besitzen, ca. 1 Jahr, ich glaube fast weniger.

Letztes Jahr habe ich keine Samen ernten können, da ist unsere Saison einfach zu kurz, aber kleine Blüten hatten die Pflanzen in den Blattachseln, richtig putzig, ein wenig wie Rosmarin sah das aus.

Hier ein 4 Wochen alter Sämling am 14. Mai 2015 von der April-Aussaat. In diesem Stadium sind sie noch extrem schneckengefährdet. Das ausgewachsene Salzkraut lassen sie aber unangetastet.


Agretti benötigen Sonne bis Halbschatten. In diesem Jahr hatte ich sie hinter hohe Zuckererbsen gesät, das hat ihnen ganz gut getan. Man soll sie dicht aussäen, damit man von den jungen Pflanzen gleich eine ganze Handvoll abschneiden kann. Leider machen mir da die Schnecken gerne einen Strich durch die Rechnung, meine Reihen Agretti stehen relativ ausgedünnt da.

Hier ein Bild vom 28. Juni, wo sie hinter den Zuckererbsen stehen.



Die älteren Pflanzen haben zähe Stängel, die ich nicht mehr verwende. Ich reble quasi die abstehenden "Nadeln" gegen den Strich ab, die sind dann auch noch richtig zart.

 Agretti von oben gesehen:



Es ist hoch interessant, dass die Agretti als Meeresküstengewächse auch bei uns so problemlos angebaut werden können und tatsächlich mit Null Pflegeaufwand auskommen. Außerdem ist das Kraut nicht nur geschmacklich interessant, sonder auch der Gesundheit zuträglich.

Was macht das Salzkraut so gesund?

Der mineralstoffreiche Mönchsbart wirkt basisch und enthält neben Kalzium, Eisen und Vitamin A auch Vitamin B3. Reich ist das Kraut auch an Kalium. Der Geschmack ist tatsächlich moderat salzig und wenn man sie nur kurz blanchiert, bleiben die Blätter grün und knackig.

Das Salzkraut schmeckt ausgezeichnet zu Fisch und Pasta. Zum Fisch bereite ich es wie Mangold zu: mit Knoblauch, Schalotten, Olivenöl und etwas Obers, ganz wenig. Die Pastasauce kann man mit Sardellen, Kapern und Olivenöl herstellen oder, was ich erst ausprobieren muss, in einer Sauce aus Eigelb, Zitrone, Muskatnuss und Grana. Das Ganze über Farfalle geben und fertig ist das mollige Hauptgericht. Da haben die Italiener schon tausend Varianten ersonnen, leider ist dann das Rezepte-Übersetzen ein wenig mühsam. Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich gerade aus einem falsch übersetzten Rezept ein viel besseres!

Die Gattung Salsola soda wurde aufgrund der Tatsache, dass auch die Asche des Salzkrauts reich an Kalium ist, unter anderem zur Herstellung von Kaliumcarbonat, also Pottasche (Potassium ist ja der alte Name für Kalium) herangezogen. Und diese Pottasche verwendete man u.a. in der Glaserzeugung und ist aber auch ein guter Dünger. Das wäre doch auch einen Versuch wert: Die Reste des Krauts im Herbst zu trocknen und zu verbrennen, das gibt dann sicherlich einen ordentlichen Fingerhut voll Tomatendünger für das nächste Gartenjahr :-D

28 Juli 2013

Der Blaugurkenwein - Akebia quinata

In unserem Garten wächst seit ca. 2006 eine Akebia quinata, eine fünffingrige (dreiblättrige gibt es auch) Akebie.



Ich habe sie damals auf die Ostseite einer Bambus-Sichtschutz-Matte gepflanzt, weil diese gar so trostlos wirkte. Hinter der Matte haben wir fünf waagrechte Drähte gespannt, viel zu wenige, weshalb sich die Akebie erst weiter oben schön verzweigt hat. Das macht der schön verschlungene Stamm aber problemlos wett.


Die Akebie ist ein (bis jetzt nur im unteren Bereich) verholzender Schlinger, der sich am liebsten um dünne Drähte wickelt. In den ersten 2 Jahren war von Wüchsigkeit keine Rede, dann baute sie aber dichte Triebe mit lückenlos haftendem Laub auf. Inzwischen greift sie auf den angrenzenden Schuppen über, wobei die scheinbar kilometerlangen, dünnen und weichen Triebe sich durch den kleinsten Zwischenraum schieben. Wenn es sein muss, wachsen sie am Boden entlang und sobald was gitterartiges in Reichweite kommt, geht es wieder bergauf. Ist nichts in Sicht, ergreift sie eigene Ranken, wodurch ein dichtes grünes Polster entsteht, ohne dass ein Gestrüpp daraus wird, welches das Bedürfnis nach kräftigen Rückschnitt erwecken würde. Wahrscheinlich wäre ein hässlicher, rostiger Maschendrahtzaun das ideale Zuhause für diese Pflanze.


Anders als zum Beispiel die Trompetenblume, ein allseits gefürchteter Lattensprenger, Dachheber und Dachrinnenknacker, der viel Kontrolle und Arbeitseinsatz verlangt, wenn man an seinen Gebäuden hängt, verhält sich die Akebie: Ich habe sie noch nie geschnitten, getrimmt oder anderswie behandelt. Nicht gedüngt, kaum bewässert und leider auch zu wenig bewundert. Trotzdem dankt sie es mit elegant gefiederten hellgrün glänzenden Blättern und im April/ Anfang Mai mit kleinen, purpurroten Blütchen, deren Schönheit sich erst in der Nähe entfaltet. Dass man die Akebie auch als Schokoladenwein bezeichnet, liegt daran, dass die Blüten danach duften sollen. Mein Geruchssinn scheint dafür zu grob zu sein. Vielleicht liegt es aber auch an der mangelnden Beachtung. Ich werde das bei der nächsten Blüte überprüfen!


 Das größte Plus ist die durchgehende Laubhaftung. Angeblich haften die Blätter nur im Weinbauklima auch im Winter. Obwohl wir das Weinbauklima höchstens streifen, hat die Akebie die Blätter noch nie verloren.

Anderswo hat sie auch Früchte, große, runde, bläuliche Schoten, weshalb die Briten sie auch Blaugurkenwein tauften. Dazu braucht es aber ein echtes Weinbauklima oder eben den warmen Golfstrom. Macht nichts, ich vermisse sie nicht. Ich finde ohnehin, dass die Früchte aussehen wie eine gewürgte Seegurke....

Fazit: kaufen, pflanzen und sich uneingeschränkt daran erfreuen!


01 Januar 2013

Campsis radicans - Kraftlackl und Himmelsstürmer

Es ist wieder einmal Zeit für eine öffentliche Liebeserklärung!

Ich gestehe: Ich bin ihr verfallen, dieser üppigen, kraftstrotzenden Kletterschönheit, namens Campsis radicans, auch geheißen Jasmintrompete, Trompetenblume oder Rote Trompete.



Schon als wir unser kleines Anwesen 2005 erworben haben, schmachtete ich diese vitale Schönheit über den Zaun hinweg an, wo sie einen alten, hohen Schupfen in Nachbars Garten eingenommen hatte und sommers orange herüberleuchtete. 2007 beglückten mich meine netten nördlichen Nachbarn mit zwei Sämlingen, die ich gleich an den beiden südlichen Ecken unserer Schupfenruine einpflanzte. Der Boden dort ist karg und steinig, unbarmherzig brennt die Sonne den lieben langen Tag darauf. Drei lange Jahre des Zweifelns und Kopfschüttelns folgten: Es quälten sich zwar  je zwei bis drei Stämmchen mühsam die Holzlatten hoch, aber von Üppigkeit oder Blütentraum keine Spur. Im vierten Jahr gings dann los: Die Stämmchen hatten sich zwischen den Holzlatten verspreizt und ihre Wurzelfüßchen in die raue Oberfläche gesaugt und im Dachbereich entwickelte sich die Andeutung eines Blätterdaches mit einigen Blüten. 2011 erfreuten wir uns an der üppigen Blütenfülle, die uns 2012 endgültig überwältigte! Nun war auch zu erahnen, mit welch zerstörerischer Kraft die Stämme und Triebe auf die windschiefe und ohnehin einsturzgefährdete Schupfenruine einwirkten. Keine Frage, das nehmen wir in Kauf für diese atemberaubende Schönheit.

Die Trompetenblume ist zweifelsfrei eine hochinteressante Kletterpflanze. Als Selbstklimmer erobert sie mit ihren Haftwurzeln, denen man im übrigen bei ihrer Ausbreitung förmlich zusehen kann, Holz-,  Putz-, und sicherlich auch Steinfassaden.


Oben die frischen, saftigen Wurzelfüßchen eines Sämlings, der 2011 am Rosen-Laubengang aufgegangen war und diesen im Herbst 2012  bereits um einen halben Meter überragt hat. Das Stämmchen hat also in einer Saison und unter idealen Bedingungen 2,50 m zugelegt! Das mag ich. Das beeindruckt mich.


Hier der o.g. Sämling auf halber Höhe an einem Pfosten des Laubengangs im Sommer 2012.

Oben derselbe Sämling im Herbst 2012!

Da an diesem Pfosten 2011 eine Rambler-Rose, nämlich die Russeliana, gepflanzt wurde, darf man gespannt sein, wie sich die beiden so dicht nebeneinander arrangieren werden. Den 3m-Sprint hat schon mal die Campsis gewonnen.




Die beiden oberen Bilder zeigen die verholzten Stämme einer sechsjährigen Pflanze. Die Stämme, die ja auch an Durchmesser beträchtlich zunehmen, haben bereits zahlreiche Holzlatten auseinandergedrückt. Die Haftwurzeln scheinen ebenso zu verholzen, sobald sich die Pflanze anderweitig Halt verschafft hat und nicht mehr nur auf die Haftwurzeln angewiesen ist, wie im Jugendstadium.



Freude macht die Campsis auch, weil sie absolut frosthart ist, was nach dem großen Rosenfro(u)st im Februar 2012 allgemein Thema ist. Ich habe sie noch nie im Winter geschützt. Gedüngt werden sie von mir kaum, ab und an mit verdünnter Brennesseljauche, wenn mir im Vorbeigehen mal was versehentlich aus der Gießkanne rausschwappt. Zu viel Dünger, vor allem Stickstoff,  ist auch der Blütenfülle abträglich, d.h. Vernachlässigung danken diese Pflanzen mit Blühfreudigkeit. Das mag ich auch!

Es gibt auch weniger frostharte Sorten, wie Campsis tagliabuana (x) Indian Summer oder  Campsis tagliabuana (x) Mme Galen, die durch Einkreuzung mit Campsis grandiflora entstanden sind. Für mich wiegt Unkompliziertheit und Verlässlichkeit mehr. Ich will bei Kletterpflanzen nicht jedes Jahr wieder von unten beginnen.

 Ich habe meine Pflanzen bisher noch nicht geschnitten, weil es mir gerade ihre Üppigkeit und Unbändigkeit angetan hat. Bevor sie mir jedoch den potjemkinschen Stadel ganz auseinandernimmt, werde ich wohl in der nächsten Saison die Schere ansetzen müssen. Der Rückschnitt soll nicht im Sommer, sondern im Frühjahr kurz nach dem Austrieb durchgeführt werden, da die Campsis an den einjährigen Trieben blüht. Diese werden auf drei bis vier Augen zurückgeschnitten und aus den verbleibenden Zapfen entwickelt sie wiederum ihre Blüten. 

Da wird wohl die mehrfach ausfahrbare Leiter zum Einsatz kommen müssen - seufz!



Meine Lieblingsseite zum Thema Fassadenbegrünung ist übrigens: www.fassadengruen.de von einem Unternehmen, das  Edelstahl-Seilsysteme als Rankhilfen für Kletterer vertreibt. Die Seite gibt einen perfekt strukturierten Überblick über die verschiedenen Kletterpflanzenkategorien und für welche Fassade ein bestimmter Kletterer geeignet ist. Darüber hinaus sind unzählige Fotos mit wunderschönen Anwendungsbeispielen zu jedem Kletterer enthalten. Das Thema ist mit dieser Seite wunderbar umfassend aufgearbeitet. Da kann man sich was drunter vorstellen. Und das mag ich auch.

09 August 2012

Möööööhner ernten!

Für die schöööhnen Möööhner wird's Zeit! Sie lassen sich nun mehr als freiwillig rausschütteln aus ihren kunstvoll gefertigten Samenkapseln. Die reine Freude.....



Acknowledgements: Jürgen Steinberger

20 August 2011

Hymne auf das Echte Herzgespann

Das Echte Herzgespann, lat. Leonurus cardiacus, liebe ich besonders, weil es einerseits eine malerische, hohe Hintergrundpflanze ist, weil es Tausende von Hummeln über einen Zeitraum von 2-3 Monaten ernährt und weil es einfach unkapriziös ist. Das Herzgespann, das zur Familie der Lamiaceae gehört, ist auch als Bärenschweif, Wolfstrapp oder Mutterwurz bekannt. Die Pflanze wurde bereits von Theophrast als Heilmittel für Herz- und Magenbeschwerden erwähnt. Mutterwurz nannte man es wegen seiner kontrahierenden Wirkung auf den Uterus.

Der gärtnerische Wert, vor allem für den naturnahen Garten, kann nicht hoch genug angesetzt werden!
Das aufrecht wachsende Herzgespann ist eine bis zu 2m hohe,  mehrjährige Pflanze mit gezähnten lanzettlichen Blättern und weißlich-rosaroten haarigen Büscheln, die in achselständigen Quirlen ab dem zweiten Standjahr erscheinen.



Wegen ihrer zahlreichen Vorzüge war und ist sie eine beliebte Bauerngartenpflanze. Als junge Pflanze erfrischt sie die Beete im Frühling mit einem schön geformten Busch und weichen, behaarten Blättern.



Die Hummeln fliegen nur so drauf! Es ist fast unmöglich, Herzgespann mal ohne Hummeln zu fotografieren.
 Das Herzgespann steht am liebsten im Halbschatten. In voller Sonne verblühen die Blütenstände rasch, werden braun, hart und scharfkantig (!).
Da sich das Herzgespann rechlich aussät, hat man immer wieder junge Pflanzen und natürlich auch einen Bestand aus verschieden alten, i.e. verschieden großen Pflanzen. Die Fotos "Herzgespann im ersten Standjahr" und "Herzgespann mit Samenkapseln" sind am selben Tag aufgenommen. Im zweiten Standjahr sind sie ca. 1m hoch.

Ein weiterer, sehr geschätzter Vorteil des Herzgespannes ist die problemlose Verpflanzung von Sämlingen im ersten und zweiten Standjahr. Ab dem dritten Standjahr wird es schwer, die weit in die Tiefe reichenden, dicken Hauptwurzeln unversehrt aus dem Boden zu lösen. Die Pflanzen überleben aber auch solche Verletzungen. Wichtig beim Herzgespann ist das frühe Stützen der Stängel, da sie sich sonst zu Boden neigen, waagrecht entlang wachsen und nur die Ähren ein wenig aufstellen. Dann ist die ansprechende Form jedenfalls dahin.

Man kann die Stängel nach dem Verblühen abschneiden oder diese über den Winter stehen lassen. In diesem Fall kann man sie im Frühjahr zurückschneiden, jedoch nicht zu früh, da Insekten gerne drinnen überwintern. Meiner Erfahrung nach wird diese dankbare Wildstaude durch das Ausreifen der Samen nicht geschwächt.

Das Herzgespann lässt sich gut mit Mohn kombinieren, da es zur Mohnblüte einen erst ca. 50-70cm hohen, kugelförmigen Busch ohne Ähren ausgebildet hat. Man sollte aber beide Pflanzen mindestens 70cm auseinandersetzen, da das Herzgespann jedes Jahr an Durchmesser zulegt. Schöne Effekte ergeben sich auch mit den Blütenkugeln des Allium oder mit kräftig gefärbten und doch natürlich wirkenden Tulpen. Das einziehende Laub wird vom Herzgespann gekonnt verdeckt. Schneidet man im August oder September zurück, können auch Astern vom freigewordenen Raum profitieren.


Hier eine Kombination Herzgespann - Lilien (Foto durch Anklicken vergrößern). Bezaubernde Pflanzenkombinationen ergeben sich also nicht nur mit Früh- und Spätblühern.

Fazit: Muss man einfach pflanzen!

Hymne auf die Vogelkirsche

Im Hausgarten hat die Vogelkirsche (Prunus avium) schon lange verloren. Obwohl Baum des Jahres 2010, pflanzt keiner mehr freiwillig diesen schlanken Riesen in sein Gärtlein. Schade, denn als Frühstückslieferant kommt sie der Amselbande gerade recht, da die Zeit der Süßkirsche dann meist schon vorbei ist.


Zu Beginn meiner Gärtnerleidenschaft entlockte mir die Vogelkirsche nur einen fragenden Blick. In meinem Garten durfte der Wasserschlürfer nur bleiben, weil er im idealen Hängemattenabstand zu einem Holler stand. Seit ich aber beobachte, welch ein Flugverkehrschaos die Amselschar morgens für das saftige Frühstück auf sich nimmt, hat sich mein Respekt vervielfacht. Klar hat die Süßkirsche eine mächtigere Lobby: Die Imker, die Kinder, die Entscheidungsträger im Hausgarten. Auch wenn die Vogelbande im Kerne-Ausstreuen konkurrenzlos ist, so hat der Gärtner doch meist das letzte Wort und reißt die jungen Bäumchen gnadenlos aus...schade!

Immer wieder lese ich von besorgten Gartnebesitzern oder -Übernehmern, dass sie die Vogelkirsche entfernen wollen, weil sie giftig wäre. Das ist natürlich nicht der Fall. Nur im Innern der Samen befindet sich die giftige Blausäure. Die Kirschen können jedenfalls gegessen werden.

Vor zwei Jahren habe ich einen Rambler, Paul's Himalayan Musk, an die Ostseite der Vogelkirsche gepflanzt. Inzwischen an die 5 Meter hoch, hüllt die Kletterrose den Stamm im Mai in Wolken aus kleinen hellrosa Pompoms mit leichtem, fruchtigem Duft. Es ist herrlich anzusehen, wie sich die unzähligen Blüten an ihren weichen Trieben im Wind wiegen. Die langen Angelruten hängen zwar inzwischen weit nach unten, von ihrem Scheitelpunkt aus klettern aber auch zahlreiche Triebe nach oben in den Baum hinein. Sogar im Innern der Baumkrone waren heuer unzählige Blüten zu entdecken. Das macht den Blick von der Hängematte in den Baum zu einem Erlebnis! Ein Foto mit blühendem Rambler werde ich im nächsten Frühjahr nachliefern....




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